Klartext “Bissige Halsbänder” von Brigitte Harries

Die “Klartexte” sind Texte der bekannten Expertin für Hundeerziehung und -verhalten Brigitte Harries. Sie sind bewußt provokant und sollen zum Nachdenken anregen.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Hundehalter ihre Hunde selbstverständlich lieben und überhaupt die besseren Menschen sind.
Wenn man die Hunde-Bedarfs-Artikel-Industrie betrachtet, muss man erkennen, dass viel für die vierbeinigen Lieblinge ausgegeben wird. Ausgehungert und ohne hübsches Halsband läuft kaum noch ein Hund durch Deutschlands Straßen. Es gibt zwar ohne Zweifel auch viele arme Hunde, die hinter verschlossenen Türen gequält werden. Da Hundegeburten nicht in einem zentralen Geburtenregister dokumentiert werden, vegetiert so mancher Hund unter Ausschluss der Öffentlichkeit dahin und geht auch im Stillen elend zugrunde. Die für den Hund etwas harmlosere Quälerei ist da schon, ihn an einer Autobahnraststätte anzubinden und sich aus dem Staub zu machen. So bleibt dem Hund eine Chance auf ein besseres Leben…
Von all diesen Quälereien will ich aber gar nicht reden. Mir geht es um die ganz öffentlichen Quälereien, die übersehen oder als normal hingenommen und oft sogar gut geheißen werden. Je großwüchsiger und vitaler ein Hund ist, umso größer sind seine Aussichten, über Jahre tagtäglich mit einem Stachelhalsband traktiert zu werden. Ohne jegliches schlechte Gewissen führen Menschen ihren Hund mit Stachelhalsband durch Fußgängerzonen und womöglich sogar in Auslaufgebieten an langer Flexi-Leine, wo er erst Schwung holen kann, bevor er in die Stacheln rennt. Jahrelang erlebte ich auf VDH-Hundeausstellungen einen blinden Mann, der auf der Show-Bühne die verlässliche Arbeit seiner Blindenhündin, einer Schäferhündin, vorführte und viel von Teamgeist, von Partnerschaft und wahrer Freundschaft sprach, während sie am Stachelhalsband ( zusätzlich zum Führgeschirr) neben ihm lief…
Erst gestern äußerte sich ein Hundeflüsterer im Fernsehen auf Nachfrage zum Stachelhalsband und sagte sinngemäß, es würde es ‚eigentlich’ ablehnen, allerdings würde es ja keine Verletzungen machen, es würde in etwa wie zubeißende Zähne wirken und bei einem von hundert Hunden würde er es anwenden.
Das nenne ich wahre Pädagogik; Wenn ein Hund sonst nicht hören will, dann muss er eben fühlen. Er hat ja selber Schuld! Kennt man das nicht von prügelnden Eltern, die meinen, es ja vorher im Guten versucht zu haben, ihr Kind wäre aber nur durch Prügel erziehbar?
Und so werden weiterhin Stachelhalsbänder ganz legal verkauft, sie heißen allerdings manchmal nicht mehr Stachelhalsbänder, sondern Korallenhalsbänder. Korallen sind doch was harmlos Hübsches und in der Regel abgerundet. Insofern passt der Name sogar, denn auch die Stacheln des Halsbandes sind abgerundet. Bei einem Ruck ‚beißen’ sie deshalb nicht durch die Haut, sie quetschen und drücken ‚nur’. Wer will schon mit einem Hund gehen, dem das Blut vom Hals tropft… Über blauen Flecken liegt als Deckmäntelchen das Fell.
Für diejenigen, die nicht so gern zu dem stehen, was sie tun, gibt es auch getarnte Stachelhalsbänder, die sehen für den Betrachter, wenn der Hund sie am Hals hat, wie ganz normale Lederhalsbänder aus. Die Stacheln sind verdeckt an der Unterseite und ‚beißen’ undercover.
Hunde kündigen auch solchen Teamchefs die Treue nicht auf. Sie können einfach nicht anders.
Bei Chow-Chows und ähnlichen Typen sind noch am ehesten Ansätze von starkem, aktiven Widerstand gegen ignorante Gewaltherrscher zu spüren, weshalb Conrad Lorenz wohl auch eine Zeitlang vermutete, sie würden nicht vom Wolf abstammen.
Ich selbst mochte an meinen Hunden immer besonders, wenn sie klugen Ungehorsam zeigten. Denn diese Situationen gibt es ohne Zweifel, wo Hunde es einfach besser wissen…
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Im Frühling im Geebooks-Verlag erhältlich:

“Mia und und die Hunde” von Brigitte Harries.

Ein e-book nicht nur für Kinder.

Das Verhalten von Hunden und der Umgang mit ihnen wird anhand vieler Fotos kindgerecht erklärt.

Zu jedem Kapitel gehört eine Lernkontrolle. Die liebevoll gestalteten Cartoons von dem u.a. durch sein “Rotfuchscomics” bekannten Illustrator Ja P. Schniebel fragen das soeben Gelernte im Mulit-Choice-Verfahren ab.

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Woran erkenne ich, ob mein Kaninchen an ansteckendem Kaninchenschnupfen leidet?

Der ansteckende Kaninchenschnupfen wird hauptsächlich durch Bakterien verursacht. Es wird jedoch vermutet, dass auch Viren eine Rolle spielen.
Es erkranken Tiere jeden Alters und in allen Haltungsformen.
Eine hohe Ammoniakkonzentration im Stall und andere schlechte Umweltbedingungen begünstigen die Ausbreitung des Kaninchenschnupfens.
•    die Erkrankung beginnt mit trockenem Niesen, wobei das Tier ansonsten munter ist
•    später niest das Kaninchen fast ständig
•    der Nasenausfluss ist erst wässrig, später wird er eitrig
•    dadurch, dass das Kaninchen sich mit den Pfoten die Nase putzt, verkleben die Haare an den Vorderbeinen
•    die Haare um die Nasenöffnung herum verkrusten
•    außerdem kommt es einer wässrigen bis eitrigen Augenentzündung
•    in vielen Fällen sind auch das Mittel- und das Innenohr betroffen. Deshalb hält das Kaninchen den Kopf schief
Mehr Wissenswertes über die Krankheiten der Mümmelmänner finden Sie hier.

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Wehe, wenn du Angst erregst! Ein Klartext von Brigitte Harries

Die “Klartexte” sind Texte der bekannten Expertin für Hundeerziehung und -verhalten Brigitte Harries. Sie sind bewußt provokant und sollen zum Nachdenken anregen.

Als der kleine Volkan in der Schule Buddestraße in Hamburg erbissen wurde, habe ich einige Zeit später angeboten, mit meiner verlässlichen Hündin Emily in die Schule zu kommen, um den Kindern nach dem traumatischen Erlebnissen – die bei den meisten Secondhand-Erlebnisse durch Fernsehen und Presse waren – zu einem normalen Umgang mit normalen Hunden zurück- oder hinzuhelfen. Doch vorerst wollte die Schulleitung keinen Hund dort sehen; zudem ginge so was ohne Evaluation überhaupt nicht und ohne psychologische Betreuung schon gar nicht. Als beamtete Hamburger Lehrerin mit therapeutischer Zusatzausbildung für Kinder mit Lernproblemen sei ich da nicht geeignet. Auch der Versuch, in den nahe gelegenen Räumen der Kirchengemeinde mit freiwilligen Kindern und ihren ‚mutigen’ Eltern den Umgang mit Hund zu üben und übergroße Ängste abzubauen, scheiterte. Man wolle erst Gras über die Sache wachsen lassen.

Inzwischen wächst schon lange Gras über unserer Emliy, die so vielen Kindern in den unterschiedlichsten Altersstufen und Gruppen im Lauf der Jahre vermitteln konnte, was das Miteinander von Hund und Kind so faszinierend macht. Aufs Schulgelände Buddestraße durfte sie nie eine Pfote setzen
Im Lauf der folgenden Jahre konnte es eigentlich nur besser werden …
Allerdings, auch heute noch umgibt ein hoher, fester Zaun das Schulgelände Buddestraße … Und wenn ich mir die Schilder in Grünanlagen angucke, auf denen steht: Hunde an die Leine und sie mit der Aufforderung an Radfahrer vergleiche: Radfahrer bitte absteigen, dann ist nicht zu übersehen, dass man mit Hundebesitzern einen recht rüden Umgangston pflegt. Man könnte fast meinen, dass sich “Hunde an die Leine” im Befehlston direkt an die Hunde wendet… Hunde bitte anleinen wäre doch viel netter!


Vor kurzem war ich als Referentin auf die große Hamburger Verbrauchermesse “Du und deine Welt” eingeladen. Am Schwerpunkttag Hund sollte ich zum Thema Welpe etwas sagen. Meinen Hund dürfe ich mitbringen.
Kurz vor diesem Tag bekam ich ein Merkblatt zugesandt, in dem es um meinen Hund ging. Ich überflog es zunächst nur. Dachte ich doch, dass es um das Übliche wie Impfausweis, Hundeführerschein u.ä. gehen würde, was wir für unsere Hündin Fenny-Penny alles haben, aber dann las ich da diesen Satz:
Alle Hunde, die Angst bei Besuchern erregen können, sind grundsätzlich vom Zugang ausgeschlossen.
Wie soll ich denn das verstehen!? Muss ich mit Fenny-Penny die Ausstellung verlassen, wenn einem Besucher ihr Blick nicht passt? Werde ich rausgeworfen, wenn ein Besucher mit Hundeangst äußert, dass die Anwesenheit meines Hundes ihn ängstigt? Bin ich der Willkür ausgeliefert!? Seit Volkans schrecklichem Tod sind Jahre vergangen: Hundegesetze wurden erlassen, Chip- und Registrierungspflicht eingeführt, Listen gefährlicher Rassen erstellt, der Hundeführerschein eingeführt und trotz allem reicht es heute, wenn meine Hündin, (registriert, gechipt, versichert, mit mir als Begleiterin, Hundeführerscheinbesitzerin, erfahrene Therapiehündin, “bekannt aus Funk und Fernsehen”) einem Menschen nicht passt, um uns mit Ausschluss von der Veranstaltung zu bestrafen…

Gut, dass Hunde nicht lesen können!


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Wie groß sollte der Käfig für Kaninchen sein?

Der Käfig für zwei kleinere Kaninchen sollte mindestens 80x120 cm groß sein. Die Käfighöhe sollte mindestens 50 cm betragen.
Für größere Kaninchen (ab 5 kg Körpergewicht) sollte der Käfig für zwei Tiere 160x200 cm groß sein. Die Käfighöhe sollte mindestens 60 cm betragen.
Voraussetzung für diese Käfiggröße ist, dass die Kaninchen täglich Freilauf bekommen. Dieser kann in einem Außengehege oder frei in der Wohnung stattfinden. In letzterem Fall muss sehr darauf geachtet werden, dass die Kaninchen nicht getreten oder in einer Tür eingeklemmt werden.
Die Haltung von Kaninchen in einem Käfig der oben genannten Größe ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wenn kein täglicher Freilauf gewährleistet werden kann!
Ein artgerechtes Verhalten mit schnellem Hoppeln einer längerer Strecke oder auch mal einem Hochspringen kann in so einem Käfig nicht gewährleistet werden.
Möchte man nicht, dass die Kaninchen in der Wohnung herum hoppeln    (z. B. weil man Angst um seine Kabel oder Tapeten hat) sollte man sich ein Außengehege oder gleich eine komplette Außenanlage für die Kaninchen inklusive Außenstall anschaffen.

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Klartext: Umgang mit Kinderfressern und Kuscheltieren

Die “Klartexte” sind Texte der bekannten Expertin für Hundeerziehung und -verhalten Brigitte Harries. Sie sind bewußt provokant und sollen zum Nachdenken anregen.

„Ist das ein Kampfhund oder ist er lieb?“, fragen mich manchmal Kinder, die einerseits den Wunsch haben, meine Hunde zu streicheln, die aber auch darüber informiert sind, dass es unter Hunden ganz böse, gefährliche Typen gibt. Womöglich kennt so ein Kind die „Bösen“ vom Fernsehen oder aus Zeitungen und hat als Steckbrief dieser bedrohlichen Killer das Zerrbild einer geifernden, weit aufgerissenen Schnauze mit großen Zähnen im Kopf, dazu womöglich noch Bilder von fürchterlich gebissenen, entstellten Kindern, die uns die Presse gern zeigt. Kein Kind kann sich sicher sein, dass ein Hund, der ihm da mit ‚Normalgesicht’ entgegenkommt, womöglich nicht auch zur blutrünstigen Bestie werden kann.
Hinter diesen Kindern stehen oft verunsicherte Eltern, die selbst nie mit Hunden zusammengelebt haben und nur wissen und weitergeben, was die Medien ihnen vermitteln.
Die total Verunsicherten und die in ihrer Ablehnung ganz Sicheren verbieten ihren Kindern jeglichen Hundekontakt, vergleichen Hunde mit Pest und Cholera und hätten sie gern ausgerottet.
Eine zweite Gruppe von Eltern spürt, ohne je selbst mit einem Hund gelebt zu haben, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund, insbesondere auch die zwischen Kind und Hund, bereichernd und innig sein kann. Zudem erleben sie, dass ihre Kinder sich stark zu Hunden hingezogen fühlen und am liebsten jeden Hund umarmen und knuddeln würden. Solche Eltern wünschen sich einerseits Kontakte ihrer Kinder zu den Hunden anderer Leute, weil sie sich selbst aus unterschiedlichsten Gründen keinen Hund halten können oder wollen. Sie fürchten aber andererseits ihr Kind durch den Umgang mit den unbekannten Wesen in Gefahr zu bringen, deshalb suchen sie nach einer Gebrauchsanweisung für den fremden Hund. Am liebsten wäre ihnen sicherlich eine verlässliche ‚Ferndiagnose’ und eine wirksame ‚Fernbedienung’. Die gibt es aber gerade für hundeunerfahrene Leute nicht, da gibt es viel eher gefährliche Falscheinschätzungen wie z.B. Teddyfell und Kulleraugen = lieb, Schwanzwedeln = freundlich, aufgestellte Nackenhaare = böse, Listenhund = gefährlich …
Beruhigend sollte für diese Eltern sein, das zum Glück selbst dann sehr wenig passiert, wenn Kinder fremde Hunde spontan streicheln. Hunde sind in der Regel gar nicht so! Manche genießen die Zuwendung der Kinder und gehen überschwänglich auf sie ein, andere dulden das Streicheln gelassen, wieder andere versuchen sich den Zudringlichkeiten durch Ausweichen zu entziehen, ganz Misstrauische schnappen schon mal warnend, ohne wirklich treffen zu wollen. Sie wollen sich dadurch um sich herum einen Freiraum sichern, und nur ganz wenige wehren sich gegen plötzliche Übergriffe von Kindern, indem sie ernsthaft beißen. Und diese Tiere haben hoffentlich Besitzer, die sie in der Öffentlichkeit nicht unbeaufsichtigt lassen! Hunde, die als Familienmitglieder integriert leben dürfen, schätzen Menschenkinder durchaus als wichtige, schützenswerte Herrschaftskinder und ihr Instinkt sagt ihnen, dass Kinder Überleben und Zukunft für die Gruppe bedeuten.
Trotzdem sollte man das Glück nicht herausfordern und seinen Kindern den sicheren Umgang mit fremden Hunden beibringen, genau wie man ihnen Verhalten im Straßenverkehr oder das richtige Zähneputzen beibringt. Am besten lernt das Kind – und nicht nur das Kind – durch viele positive Erfahrungen. In Sachen Hund heißt das: durch viele gute Hundebegegnungen.
Zunächst gilt es, schon dem kleinen Kind ruhig und ohne Hysterie zu vermitteln, dass man fremde Hunde nicht einfach so anfassen darf:
Ob ein wonniger, wuscheliger Hundezwerg schwanzwedelnd vor einem Geschäft wartet oder ein Riesenhund mit großen treuherzigen Augen durch den Park trottet, ob ein Hundekind mit seinem Bällchen umheralbert oder ein aufgeschlossener Hund von sich aus den Kontakt zum Kind sucht, immer gilt: Kinder sollten spontan keinen Kontakt zu einem fremden Hund aufnehmen, sondern grundsätzlich zuerst den Halter fragen, ob das erlaubt ist. Bei kleinen Kindern sollten die Eltern es vormachen und das Fragen übernehmen. Dabei können die dann auch schon einschätzen und entscheiden, ob sie den Hundehalter für vertrauenerweckend halten. Der Weg zu positiven Hundebegegnungen führt über sympathische, aufgeschlossene Halter. Und solche Leute haben in der Regel auch freundliche Hunde. Es ist nun mal so: Der Mensch und sein Hund entwickeln Ähnlichkeiten. Den richtigen Umgang lernen die Kinder dann ganz selbstverständlich nach und nach (!!!) bei häufigen Realbegegnungen mit verlässlichen Hunden.
Entscheidend wichtig für eine positive Einstellung der Kinder zum Hund ist, dass Eltern ihrem Kind den Hund mit seinen Bedürfnissen positiv vorstellen und nicht etwa das Kind in Panik wegreißen, wenn es sich vertrauensvoll einem Hund nähert. Erklärungen können dem Kind helfen den Hund zu verstehen. Erfragen Sie zunächst den Namen des Hundes, den Ihr Kind gern streicheln möchte, und übersetzen Sie die Erklärungen der Halter kindgemäß, z.B.:
„Max ist ein kleiner Angsthase. Er hat vor fremden Kindern Angst und möchte nicht angefasst werden!“
“ Paula ist schon sehr alt und kann nicht mehr gut gucken. Sie erschrickt, wenn jemand sie plötzlich anfasst.“

“ Mozart ist von Kindern einmal ganz doll geärgert worden. Er mag nicht von Kindern gestreichelt werden.“ Oft ist es das Beste, die Halter selbst über ihren Hund erzählen zu lassen: „

„Milka mag kleine Kinder sehr gerne. Am liebsten lässt sie sich am Hals kraulen.“

„Halte Rocky erst mal deine Hand hin und lass ihn schnuppern, dann weiß er, wer du bist.“
Wichtig ist, dass Kinder Hunde als individuelle Persönlichkeiten vorgestellt bekommen, die genau solche Ängste und Wünsche haben wie sie selbst auch. Vertrautheit kann nur entstehen, wenn Kind und Hund sich kennen und verstehen  lernen.
Wenn Eltern aufgeschlossen Hundekontakte suchen, werden sich bald Bekanntschaften zu Hundehaltern ergeben, die in der Nähe wohnen. Für die Kinder wird es beglückend sein zu merken, dass einige Hunde sie bald ganz persönlich kennen und sich auf Begegnungen mit ihnen freuen.
‚Ganz nebenbei’ und ohne Panikmache sollten Eltern ihren bei den Hundebegegnungen erklären, was Hunde nicht so gerne mögen und was man nicht machen sollte, wenn man einen unbekannten Hund sieht, dessen Besitzer man nicht fragen kann, ob Streicheln erlaubt ist. Aber Achtung: Stellen Sie den Hund nicht als unberechenbare Bestie hin um Ihr Kind zu schützen. Mit einer solchen Verteufelung bringen Sie Ihr Kind in Gefahr, weil es womöglich irgendwann panisch regiert und z.B. kopflos vor einem Hund ausreißt und ins nächste Auto rennt…..
Nicht zu dicht rangehen ( der Hund könnte erschrecken oder sich bedroht fühlen)– den Hund nicht lange fixieren ( unter Hunden heißt das: Ich bin stark, willst du mit mir kämpfen?) – nicht festhalten – nicht umarmen – nicht streicheln – kein Spiel anfangen – nichts zu essen geben ( alles könnte der fremde Hund falsch verstehen und sich unsicher oder sogar bedroht fühlen.) Für Kinder ist dieser Vergleich oft hilfreich: Du möchtest auf der Straße auch nicht plötzlich von einem fremden Menschen den Kopf gestreichelt bekommen oder festgehalten  werden und auch nicht plötzlich ein Eis in den Mund gesteckt bekommen …
Nicht nur das Kind, das sich Hundekontakte wünscht, braucht Unterstützung, sondern auch das arme Kind, das – wodurch auch immer – große Angst vor Hunden hat und jeglichen Hundekontakt vermeiden möchte. Schnell kann solche Angst sich steigern. Jeder Unternehmung außerhalb der eigenen Wohnung wird dann zur Angstpartie. Schon der Weg in die Schule ist dann angstbesetzt, in schweren Fällen sogar unmöglich.
Auch solche Kinder brauchen viele positive Hundebegegnungen möglichst mit Bezugspersonen, die selbst keine übergroße Angst vor Hunden haben. Bei solchen Begegnungen sollte zumindest anfangs das Ziel gar nicht sein, dass das Kind den Hund streichelt. Es soll nur lernen die Nähe von Hunden auszuhalten. Und es soll möglichst viel über die individuellen Eigenarten der Nachbarshunde erfahren, weil dann oft wie von selbst aus der Angst Gelassenheit wird.
Außerdem sind die Eltern solcher Kinder gefordert, ihren Kindern zu erklären, wie sie sich für Hunde uninteressant machen. Dabei ist wieder entscheidend wichtig, dass sie erklären, weshalb Ihre Kinder es so machen sollen:


-keinesfalls weglaufen (Hunde rennen dann hinterher, es ist für sie ein Rennspiel und sie sind immer schneller!)
- keinesfalls mit einem Stock oder sonst wie drohen ( Womöglich sind sie mutig oder panisch und wehren sich)
-keinesfalls schreien ( das macht sie neugierig und sie kommen heran um zu gucken, was los ist )
- keinesfalls mit Steinen werfen ( auch der gutmütigste Hund kann wütend werden, wenn man ihn so behandelt)
-keine Befehle wie SITZ, PLATZ geben ( Hunde wollen nicht von fremden Kindern rumkommandiert werden)
- und sich auch nicht auf den Boden werfen und tot stellen ( auch diese Strategie hat mir ein Grundschulkind ernsthaft genannt, dieses Verhalten macht jeden Hund neugierig und er wird das Kind wahrscheinlich auffordernd lecken …)


Ein Kind ist am sichersten, wenn es für den fremden Hund, uninteressant bleibt. Ein ruhig gehendes Kind ist für einen freilaufenden Hund ohne Reiz. Er wird es nicht weiter beachten, wenn es nicht gerade ein Leberwurstbrötchen oder ein Eis in der Hand hat. Insbesondere junge Hunde, aber auch verfressene erwachsene werden da schon mal schwach und klauen sich das ‚Leckerli’, das sie in Nasenhöhe entdeckt haben. Das ist zwar unerzogen und sollte die Entschuldigung der Halter nach sich ziehen, es ist aber keine gefährliche Attacke des Hundes. Man sollte das geklaute Eis abhaken wie ein Brötchen, das dem Kind in den Dreck fällt. Hunde sind, was Verfressenheit angeht, genau wie Kinder. Oder haben Ihre Kinder während Ihrer Abwesenheit noch nie die Schränke nach Naschkram durchgesucht ? … Beim Spaziergang durch den Park, in dem Hunde frei laufen, sollte ein ängstliches Kind nicht gerade sein Wurstbrötchen essen.
Wer mit Hunden nichts zu tun haben möchte, sollte nicht durch falsches Verhalten auf sich aufmerksam machen.

Kontakte mit den Hunden anderer Leute können nur ahnen lassen, welches Glück die vertraute, gewachsene Freundschaft zwischen einem Kind und dem Hund, der zur eigenen Familie gehört, bedeuten kann.

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Der programmierte Freund - Ein Klartext von Brigitte Harries

Die “Klartexte” sind Texte der bekannten Hundeexpertin Brigitte Harries. Sie sind bewußt provokant und sollen zum Nachdenken anregen.

Leckere Düfte aus der Küche lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Nobelpreisträger Pawlow hat uns gezeigt, dass man jemanden auch zu freudiger Ess-Erwartung und seine Verdauungssäfte zu Fließen bringen kann, wenn man eine Glocke ertönen lässt. Man muss nur für einige Zeit Glocke und Essensausgabe koppeln. Der Pawlowsche Hund – als solcher ist dieser namenlose Versuchshund im Dienste der Wissenschaft berühmt geworden – produzierte nach eine Programmierungszeit (Glocke bedeutet Futter) , sobald er die Glocke hörte, für jedermann sichtbar Speichel und Magensäfte, die aus Schläuchen tropften, die seine internen Körpersäfte nach außen leiteten.
Solche bedingten Reflexe kann man auch bei uns in vielen Lebensbereichen auslösen. Wer stand nicht schon mal erwartungs- und vertrauensvoll vor dem Geldautomaten seiner Bank.
In der modernen Hunderziehung versucht man solche bedingten Reflexe zu programmieren und auszunutzen: So wird empfohlen, dem neben einem sitzenden Hund mit einer Hundepfeife was vorzupfeifen und ihm sofort danach ein besonders leckeres Häppchen zu geben, Geflügelwurst z.B. Über Wochen soll der Hund zunächst ohne Gegenleistung nur lernen, dass der Pfiff bedeutet, dass sein Besitzer was Leckeres rausrückt, er soll also koppeln: Pfiff bedeutet Leckerli, damit er anschließend angerast kommt, wenn er den Pfiff hört. Das klingt ja einleuchtend und klappt auch oft zumindest anfangs gut, wir müssen uns aber klar sein, dass es ein Programmieren des Hundes ist. Er kommt nicht, weil er unsere Aufforderung versteht, dass er zu uns kommen soll, sondern er kommt fürs Leckerli. Unsere Stimme, unseren Ruf, ersetzen wir durch den Pfiff und enthalten dem Hund damit bewusst oder unbewusst all die Untertöne vor, die er aus unserem Ruf heraushören könnte, wie z.B.: Mein Mensch ist aufgeregt, ist wütend, ist ausgeglichen …
Beim Pfeifen nehmen wir uns persönlich sozusagen raus, ersetzen unsere Stimme durch einen eindeutigen, immer gleichen INPUT. Bei der anschließenden Leckerli-Ausgabe, OUTPUT, treten wir wieder in den Hintergrund. Der unpersönliche Pfiff hat gewiss Vorteile. So kann unser Hund nicht heraushören, ob wir ihn ranpfeifen, weil eine Gefahr droht oder sein Rivale aufgetaucht ist, und seine Reaktion darauf einstellen. Unser Ruf würde viel mehr Informationen für ihn enthalten, vor allem würde er Kommunikation mit uns bedeuten, möglicherweise mit der Konsequenz, dass die rübergebrachten Informationen bei ihm unerwünschtes Verhalten auslösen … Sicher aber mit der Konsequenz, dass er uns hört und etwas über unsere Befindlichkeit erfährt.
Die Kopplung ans Leckerli ersetzt nach meiner Beobachtung sehr oft die offen gezeigte ehrliche Freude der Halter über die Leistung ihres Hundes. Frauchen/Herrchen sind so damit beschäftigt, die Fleischwurststückchen aus der Plastiktüte zu fingern, dass sie gar nicht mehr dazu kommen, sich über ihren Hund zu freuen. Nun sind die meisten Hunde verfressen und mit Leckerlis zu ködern, aber diese Art der Bestätigung ist für sich alleine fragwürdig. Unser Hund, ist ein intelligentes, sozial hochkompetentes Geschöpf, das uns als Partner akzeptiert, ja im besten Falle geradezu faszinierend findet. Braucht unser Hund wirklich diese Gewichtung der Leckerlis!? Haben Sie schon mal beobachtet, dass Hunde untereinander erwünschte Aktivitäten mit Leckerlis belohnen!? Nein, sie ‚sprechen’ miteinander und zeigen Freude. Und schon das Wolfskind wird durch Kommunikation informiert, wie es sich zu verhalten hat, dabei bringen sich die Wölfe des Rudels als Persönlichkeiten ein.
Unser junger Australian Cattle Dog El MO ist lernbegierig und durchaus verfressen. Aber bereits jetzt mit gerade sieben Monaten ist ihm unterwegs meine freudige Anerkennung viel lieber als ein Leckerli, das anfangs durchaus eine Erziehungshilfe war. Er reagiert auf mich, beachtet jeden Unterton in meiner Stimme, hört auf meine Anweisungen und hat mich fast ständig im Auge, weil ich ihm wichtig bin, nicht meine Leckerlis. Ein bestätigendes Nicken oder ein begeistertes ‚Fein, El Mo!’ motiviert ihn viel mehr als Leckerlis. Und eine Pfeife habe ich bei all meinen Hunden noch nie vermisst….
Unterwegs sind El Mo und ich ein Team, das täglich lernt, sich noch ein bisschen besser zu verstehen. Ich bringe mich ein und lasse all die vielen Hilfsmittel, die da rasseln und klicken und pfeifen und trillern und sprühen und stinken und … und… weitgehend außen vor.
Versteckt euch nicht hinter all den Erziehungshilfen, damit der Hund euch noch sehen und verstehen und gern haben kann!
Übrigens, kennen Sie ‚Ihren’ Bankbeamten noch, seit Sie online bankern und mit dem Geldautomaten kommunizieren?
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Das Ende der Wölfe - Ein Klartext von Brigitte Harries

Die “Klartexte” sind Texte der bekannten Hundeexpertin Brigitte Harries. Sie sind bewußt provokant und sollen zum Nachdenken anregen.

Das Ende der Wölfe

Ein schneller Blick auf die Uhr: Einen kurzen pädagogischen Jagdgang kann sie mit ihren Kindern noch einschieben. Die junge Wölfin schüttelt die Nivea-Dose mit den Steinchen: Ihre Welpen reagieren auf das vertraute Klötern und eilen herbei. Sofort werden sie mit einem Leckerli belohnt. Positive Verstärkung heißt das in der modernen Wolfspädagogik.. Ihre fünf Welpen sind nun schon vier Monate alt und müssen viel lernen.. Das sechste ihrer Kinder ist zur Zeit nicht dabei. Wegen schwerwiegender Erziehungsprobleme hat sie ihren schwarzen Sohn Arpad in ein Erziehungslager zu einer bekannten Wolfsnanny gegeben. Für ihre Kinder ist ihr nichts zu teuer!

Heute muss sie alleine mit den Kindern üben. Ihre Restfamilie hockt vor dem Fernseher und sieht eine Doku-Soap über desolate Wolfsfamilien. Sie macht sich startbereit. Dazu zieht sie ihre Pädagogik-Weste mit den vielen Taschen an, in denen sie ihre Erziehungshilfen griffbereit hat: einen Clicker, Disk-Schellen, leckere Häppchen, eine lange Schleppleine, ein Kopfhalfter mit Leine, ein Elektrohalsband mit Sender, drei verschieden klingende Pfeifen und ein Lehrbuch mit DVD über Welpenerziehung.

So gerüstet läuft sie mit ihren Kindern los, die verspielt und aufgeregt um sie herum hopsen. Schon nach kurzer Zeit sichtet sie ein Kaninchen und befiehlt die Welpen mit einem Pfeifton aus der Welpenpfeife herbei. Es klappt: Die Welpen eilen herbei, das durch den Piepton aufgeschreckte Kaninchen allerdings entschwindet in seinem Bau. Die Welpen fordern für ihr artiges Tun die gewohnte Belohnung ein und bekommen Fleischhäppchen. Mama Wolf ist froh, dass sie auf Fastfood zurückgreifen kann und den Kindern nichts auskotzen muss.

Sie sucht weiter und entdeckt die nächste Übungsbeute: ein Rehkitz, dass sich bewegungslos ins Gras duckt. Wir kennen das schon: Pfeifen, Rankommen der gehorsamen Kinder; sofortiges Bestätigen mit einem Klick, anschließendes Belohnen mit Leckerlis. Kinder auf die Beute aufmerksam machen, die da immer noch rumliegt, weil sie macht, was Rehmama ihr eindringlich befohlen hat. Sie will den Kindern gerade demonstrieren, wie Wolf sich gegen den Wind taktisch clever anschleicht. Aber was macht da ihre freche kleineTochter ?! Sie hopst direkt auf das Kitz zu und hechelt vor Aufregung. Mama greift zu den Disc-Schellen und wirft sie dem voreiligen Kind scheppernd zwischen die Pfoten. Diese Aktion stoppt zwar ihr Kind, bringt aber das fremde Kind, das man gerade erbeuten wollte und schon fast hatte, endlich dazu die Anweisungen seiner Mama zu ignorieren und in Panik zu flüchten. Mama Wolfs Fünfergang vergisst in diesem Moment alle Erziehung und hetzt hinterher. Mama pfeift und scheppert vergebens…. Die Jungjäger nehmen erst ratlos Tempo raus, als das Kitz ihnen abhanden gekommen ist.

Bei aller Liebe! Jetzt reicht es der Mama! Entnervt und wütend greift sie , „Weil ihr es nicht anders verdient habt!!!“ zu Elektrohalsbändern und Schleppleinen, obwohl sie eigentlich was gegen die harte Tour hat. Auf die pädagogische Wirksamkeit dieser Erziehungshilfen hoffend macht sie sich auf den Heimweg. Sie hat es eilig. Als junge moderne Wölfin hat sie es immer eilig …. Um es kurz zu machen: Zwei Kinder mit Schleppleine stoßen zufällig direkt auf einen Hasen, der sie in seiner Sasse ‚aussitzen’ wollte, und rasen hinter ihm her. Leider verfangen sich ihre Leinen im Unterholz. Die Kleinen strangulieren sich langsam beim vergeblichen Versuch sich loszureißen….. Die drei Welpen mit den Elektro-Halsbändern wollen auch hinter dem Hasen her. Der Stromstoß, den Mama in diesem Moment auslöst, stoppt zwar ihre Jagd, versetzt die Welpen aber in eine unvorhergesehene Panik. Völlig kopflos laufen sie schreiend durch die Gegend. Mamas Rufen hören sie gar nicht mehr. Zwei von ihnen geraten in ihrer Angst auf eine Schnellstraße und im Nu hat ihre Angst ein Ende ….. Die moppelige Silbergraue kommt nicht bis zur Straße. Sie schleicht sich schließlich zu ihrer Mutter zurück und sucht zitternd bei ihr Schutz. Mama lässt an diesem Tag alle weiteren Termine ausfallen.

Abends kontaktet sie den Vater der Kleinen, von dem sie sich schon kurz nach der Paarung getrennt hat, Für eine engere Beziehung schien er ihr ungeeignet. Er will die Tochter aber auch nicht übernehmen und rät seiner Ex, das Kind erst einmal in einem Wellness-Wölfchen-Hotel unterzubringen und sich selbst zu erholen. Dann würde man weiter sehen.

Das trug sich in den Jahren zu, als die Wölfe völlig überraschend sehr schnell ausstarben, obwohl von Menschenseite viel zu ihrem Schutz getan wurde. Die Wissenschaftler betreiben noch Ursachenforschung.

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Warum ist es so schlimm, wenn mein Kaninchen einen oder mehrere Tage nicht fressen mag?

Wenn ein Kaninchen einen Tag lang nichts frisst, führt dies dazu, dass der im Magen-Darm-Trakt noch vorhandene Futterbrei nicht weitertransportiert wird.
Kaninchen haben eine im Vergleich zu anderen Tierarten eine nur recht schwach ausgeprägte Muskulatur des Magens und des Darms. Dadurch kann der Futterbrei nicht aktiv durch das Zusammenziehen der Muskulatur weitertransportiert werden. Der Nahrungsbrei wird vielmehr dadurch weitertransportiert, dass neu aufgenommene Nahrung ihn weiterschiebt (sog. Stopfdarm).
Frisst ein Kaninchen einen Tag nicht, wird der Nachschub im Darm unterbrochen und der Futterbrei nicht weiter vorwärts geschoben. Dies kann zu Aufgasungen (Trommelsucht) führen.
Zudem findet die normale Verdauung nicht statt. Dadurch kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Dies führt recht schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand!

Weiteres Wissenswertes über Kaninchen finden Sie in unseren Kaninchenratgebern

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